• Isabel (engineerwife)

Was bleibt, wenn das Ende naht ...

Ich wollte dieses Buch so gerne mögen und beim Lesen hatte ich auch wirklich oft das Gefühl: „So, jetzt ist es soweit.“ Doch dann verlor sich der Autor wieder in langen, ein wenig langweiligen Passagen … nun aber erstmal von Anfang an …

Sedd, ein 13jähriger Junge, von der österreichischen Oma Elisabeth auch gerne „Buberl“ genannt, lebt mit seinen Großeltern hoch in den Bergen Norwegens in einem Hotel, das seither in seiner Pracht viele zahlungsfähige Gäste angelockt hat. Er wächst elternlos auf. Der Vater – ein indischer Arzt – und die Mutter, ein junges Hippiemädchen, spielen in seinem Leben keine direkte Rolle mehr. Sedd ist ein braver, fleißiger und verständiger Junge, der seinen Großeltern und dem Koch Jim stets zur Hand geht. Wenn es nach den Großeltern geht, soll er mal in ihre Fußstapfen treten und das Hotel übernehmen. Doch dieses hat seinen Zenit längst überschritten, der Untergang scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein …



Was mir an dem Buch gefallen hat, ist der flüssige Schreibstil. Die Seiten blätterten sich fast von selbst um und ich fühlte mich im kalten und schneereichen Norwegen bestens aufgehoben. Auch das Hotel bildete sich bestens vor meinem inneren Auge ab. Ich schälte Kartoffeln mit Jim in der Großküche, stand mit Herrn Hoteldirektor an der Rezeption und lächelte, wenn Elisabeth mal wieder ihr strahlendes Gästegesicht aufsetzte. Was mir nicht so gefallen hat waren die doch oft sehr weit ausholenden Beschreibungen über die Großeltern, Sedd und anderen Charaktere, die einfach keinerlei Spannung oder Neugier aufkommen ließen. Schade, das Buch hat wirklich Potential aber eines meiner Lieblingsbücher wird es nicht werden. „Ein Hummerleben“ … der Titel jedoch ist ausgesprochen passend gewählt, denn genau so ist es … kurz, brutal und am Ende oft schmerzhaft. Von mir leider nur eine bedingte Leseempfehlung.

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