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Bewegende Südtiroler Geschichte, die zu Herzen geht!

  • Autorenbild: Isabel (engineerwife)
    Isabel (engineerwife)
  • vor 23 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Schon lange nicht mehr hat mich ein Roman so berührt, wie es „Töchter der verlorenen Heimat“ getan hat, in dem es um die Geschichte zweier starker Frauen geht, denen es das Schicksal nicht immer leicht gemacht hat. Johanna und Paula, Mutter und Tochter, verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die – nachdem der Großvater gestorben ist – nach Aufarbeitung förmlich schreit. Tochter Paula gelingt es schließlich ihre Mutter dazu zu überreden gemeinsam nach in die ehemalige Heimat Südtirol zu fahren, wo die Geschichte in den 1920er Jahren ihren Anfang nahm.

Der Roman entführt mich in abwechselnden Kapiteln in jeweils besagte 1920er/30er und die frühen 1960er Jahre, in denen ich Johanna und Paula näher kennenlernen darf. Johanna, die in Südtirol geboren und aufgewachsen ist, hatte es damals nicht leicht. Der frühe Tod ihrer Mutter zwingt sie in eine Rolle, die sie so für ihr eigenes Leben nicht geplant hatte. Sie, die so gerne Lehrerin geworden wäre, ist gezwungen am heimatlichen Hof zu schuften und somit nicht nur ihre eigenen Aufgaben, sondern auch die der Mutter zu übernehmen. Lehren darf sie heimlich dennoch ein wenig, denn die eigenen kleinen Geschwister werden von ihr in der Muttersprache unterrichtet, ein nicht ungefährliches Unterfangen. Als sie schließlich in dem Italiener Gianluca ihren Seelenverwandten gefunden zu haben glaubt, scheint ihr Seelenleben wieder ausgeglichen. Doch auch die Liebe zu ihm ist verboten und steht somit unter keinem guten Stern …

Viele Jahre später setzt sich die Tragödie der Mutter in ihrer Tochter Paula fort. Paula leidet unter den Hänseleien der Kinder wegen ihres südländischen Aussehens und auch die Tatsache, dass sie ihren Vater nie kennenlernen durfte, trägt nicht gerade zu ihrem Wohlbefinden bei. Die strebsame Paula aber beißt sich durch und wird schließlich Ärztin in einer Zeit, in der man es als Frau nicht leicht im Berufsleben hat. Weiterhin gegen sie gegen Häme und Vorurteile, was sie mehr als vorsichtig werden lässt, wenn es darum geht, ihr Herz zu öffnen …

Zwei Frauen, eine schmerzvolle Vergangenheit. Können die Beiden es schaffen, die Lügen und die Schuld aufzuarbeiten, ja vielleicht sogar zu vergeben und nach vorne zu schauen?

Eva Grübls Roman ist mehr als nur eine Geschichte. Er ist eine Geschichtsstunde vom Feinsten, der die Probleme Südtirols bis weit in die 70er Jahre in solch bewegender Form vermittelt, dass ich an den Seiten klebte und das Buch gar nicht mehr zur Seite legen wollte. Die Autorin schafft es, den sich aufbauenden Spannungsbogen stetig aufrecht zu erhalten und kreiert somit eine bild- und wortgewaltige Story, die mich tief bewegt hat. Fast wähnte ich mich selbst in Südtirol und Italien und konnte das verbissene Schweigen der Menschen aber auch die Sonne auf meiner Haut spüren, als ich mit Paula in den Süden fuhr. Von mir gibt es mit fünf wohlverdienten Sternen die absolute Bestnote verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung. „Töchter der verlorenen Heimat“ verbindet Geschichte mit Gefühlen und einem Tiefgang, der mich auf jeder Seite aufs Neue überraschte. Ich freue mich sehr auf weitere Lektüre aus der Feder Eva Grübls und werde mein Bücherregal bis dahin mit allen von mir bisher ungelesenen Büchern der Autorin füllen. Danke schön für ein Leseerlebnis der Extraklasse!


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