• Isabel (engineerwife)

Fly women, fly ... up, up in the sky ... !!!

Ich gestehe, mir gingen schon ein wenig die Augen über als mir der Postbote das gut 860 Seiten dicke Hardcover überreichte. „Ziegelstein“ schoss es mir durch den Kopf doch beim Lesen merkte ich, dass mich die Geschichte schnell gefangen nahm. Als Leserin durfte ich eintauchen in die Geschichte einer eigenwilligen Frau, die trotz nicht immer einfacher Bedingungen immer ihren Mann stand und das im wahrsten Sinne des Wortes. Marian und ihr Zwillingsbruder Jamie, geboren im Jahr 1914, verlieren jung Mutter und Vater, erste verstarb und letzterer machte sich aus dem Staub. So wuchsen sie bei ihrem Onkel auf, der ihnen zwar ein Dach über dem Kopf bot, doch die Elternrolle nicht wirklich ausfüllen konnte. Als Marian schließlich ihre Liebe zum Fliegen entdeckt, ist sie nicht mehr zu halten. Immer höher, immer weiter und immer rasanter zieht sie ihre Kreise, bis ihr schließlich das letzte Abenteuer zum Verhängnis werden soll …

Hundert Jahre später soll die in Ungnade gefallene Schauspielerin Hadley Baxter, die in jungen Jahren ein ähnliches Schicksal erlitt wie die Graves Zwillinge, die verschollene Marian Graves zu neuem Leben erwecken. Zu spannend war das Leben der Fliegerin, zu sagenumwoben, um es einfach im ewigen Eis versteckt zu lassen. Für Hadley die Chance ihres Lebens, ihren Ruf wieder gerade zu rücken. Und so begibt sie sich auf Spurensuche und überwindet ihre innersten Ängste, um schließlich ungeheuerliche Entdeckungen zu machen …

Wer bei dieser Kurzbeschreibung nun an Langeweile und zähe Passagen denkt, könnte falscher nicht liegen. Immer wieder führte mich die Autorin Maggie Shipstead auf neue Spuren, deckte neue und alte Geheimnisse auf und fesselte mich über Stunden ohne Pause. Wie beim Fliegen erleben die Charaktere dieses großartigen Romans Höhen und Tiefen, treffen gute und schlechte Entscheidungen, bleiben sich treu oder geben sich auf, getreu dem wahren Leben. Auf mich wirkte das Buch authentisch und immer wieder musste ich mir ins Gedächtnis rufen, dass es sich doch „nur“ um einen Roman, eine erfundene Geschichte handelte. Obwohl Hadley anfangs eine solch kleine Rolle im großen Ganzen einnahm und ich mich schon fragte, warum man sie überhaupt eingebaut hatte, schließt sich am Schluss alles zu einem runden Kreis. Beide Darstellerinnen erwachen durch die jeweils andere zu neuem Leben. Eine beeindruckende Leistung der Autorin, für die ich gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl vergebe. Ich habe gesehen, dass es auch durchaus kritischere Bewertungen zu diesem Buch gibt, aber ich für mich möchte eine Empfehlung aussprechen für diese Lektüre, die nicht „von der Stange“ ist.


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