• Isabel (engineerwife)

Hier ist noch ein wenig Luft nach oben ...

Fast zeitgleich erscheinen nicht nur einer sondern gleich zwei Romane über die wohl bekannteste Kunstsammlerin der Neuzeit: Peggy Guggenheim. Klar hatte ich schon mal von dem bekannten Guggenheim Museum gehört aber ganz ehrlich, Peggy selbst war mir bis dato noch recht unbekannt. Diesen Mangel sollten nun die beiden Neuerscheinungen zu ihrer Person ausmerzen. Gesagt, getan, besorgte ich mir „Peggy Guggenheim“ einer deutschen Autorin, die unter ihrem Pseudonym Sophie Villard diesen biografischen Roman veröffentlichte.


Sie hat die Geschichte in drei Teile aufgeteilt, was mir ausgesprochen gut gefallen hat, denn diese sind ausnahmsweise mal chronologisch und springen nicht – wie so oft in der heutigen Literatur – im Wechsel mal in die Vergangenheit und dann zurück in die Gegenwart. Im ersten Teil treten wir ein in ihre Londoner Galerie „Guggenheim Jeune“ und lernen interessante Persönlichkeiten, wie z. B. den Autor James Joyce nebst Gattin Nina und vor allem auch den Schriftsteller Samuel Beckett kennen, der ihr den Kopf verdreht. Ihre kurze, dafür aber umso heftigere Affäre war nicht die erste und sicher nicht letzte in ihrem bewegten Leben.

Weiter geht es im mittleren Teil, der die Jahre 1939 bis 1941 umfasst und ihr Leben aus der Bahn wirft. Der Krieg ist in Europa ausgebrochen und so macht sie Ernst und verlässt das Land, um in Amerika nochmals durchzustarten. Mit Ex-Mann und den gemeinsamen Kindern Sindbad und Pegeen überquert sie den Atlantik. Auch Max Ernst wagt diesen Schritt und wird schon bald von ihr unterstützt nicht nur mit Geld, sondern auch viel Liebe. Im letzten Teil, der die Jahre 1941 und 1942 abdeckt, schmiedet sie Pläne, setzt diese in die Tat um und heiratet ihren geliebten Max Ernst. Sie geht in ihrer Kunstwelt auf, doch die wahre Liebe wird ihr verwehrt bleiben.


Mit angenehmem, informativen Schreibstil versucht die Autorin Peggy Guggenheim in Szene zu setzen. Man kommt beim Lesen nicht umhin das Buch doch des Öfteren aus der Hand zu legen, um einfach noch ein bisschen tiefer zu recherchieren. So ganz warm wurde ich dennoch nicht mit der Dame, mir kam sie ein wenig zu oberflächlich rüber, womit ich ihr vielleicht auch unrecht tue. Ich werde mein Wissen jedenfalls noch etwas vertiefen und vergebe für dieses Buch solide vier von fünf Sternen.



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