Keine einfachen Zeiten im besetzten Rheinland ...
- Isabel (engineerwife)

- vor 5 Tagen
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Ich begebe mich mit Susanne Gogas Roman „Die wilden Jahre“ ins besetzte Rheinland des Jahres 1919. Sie hat das Geschwisterpaar Thora und Hannes Bernrath, die aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie stammen, in den Mittelpunkt des Romans gestellt. Während Thora sich ihren Traum, eine Ausbildung zur Schauspielerin, erfüllen darf, sieht die Welt für Hannes alles andere als rosig aus. Er hat den Ersten Weltkrieg zwar körperlich mehr oder weniger schadlos überstanden, doch in seinem Inneren tobt der Krieg weiter. Als er schließlich für eine Tat verhaftet wird, die er zwar vehement abstreitet, begangen zu haben, zu den Umständen jedoch schweigt, scheint er endgültig gebrochen zu sein. Doch seine geliebte Schwester, mit der ihn immer schon ein besonderes Band verbunden hat, kämpft mit allen Mitteln, ihn aus dieser Misere zu befreien. Sie glaubt an seine Unschuld und will ihn um alles in der Welt retten. Werden ihre Mühen mit Erfolg gekrönt sein?

Susanne Goga zeichnet ein wunderbar realistisches Bild der damaligen Zeit und schafft es, bei mir mal wieder Wissenslücken zu schließen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existierten. Düsseldorf eine geteilte Stadt und von den Belgiern unter Kontrolle gebracht? Davon hatte ich nun wirklich noch nie gehört. Geschickt gewährt sie mir Einblicke in eine Zeit vor über hundert Jahren, die fast vergessen scheint. Sie verwebt reale Ereignisse mit einem spannenden Kriminalfall, der mich beim Lesen in Atem hielt. Die auftretenden Charaktere sind lebendig und vielschichtig gezeichnet und so hatte ich stets ein greifbares Bild vor Augen. Der Roman überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Historie und Fiktion und bekommt von mir auf jeden Fall mit fünf Sternen die volle Punktzahl. Lediglich mit der Wahl des Titels bin ich nicht ganz einverstanden. Hinter „Die wilden Jahre“ hätte Charleston tanzende Flapper vermutet. Aber ich glaube, auf die Titelvergabe haben Autoren wenig bis keinen Einfluss und es hat ja auch dem wundervollen Roman absolut keinen Abbruch getan. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung!










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