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Keine leichte aber dafür sehr wichtige Kost ...

  • Autorenbild: Isabel (engineerwife)
    Isabel (engineerwife)
  • vor 7 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Schnell wird beim Lesen des neuen Romans von Susanne Abel klar, warum der Titel „Du musst meine Hand fester halten, Nummer 104“ gewählt wurde. Diesen Satz bringt nämlich die elfjährige Margret auf dem Weg zur Christmette 1947 gegenüber dem kleinen Hartmut über die Lippen. Die Beiden sind in einem der vielen Kinderheime in Deutschland untergebracht und der verschüchterte fünfjährige Junge, der mit niemandem spricht, droht auf dem Eis auszurutschen. Der Kleine kam mit einem Kindertransport aus Danzig und da der Name auf seinem Pappschild nicht mehr richtig leserlich war, nannte man ihn Hartmut und schätzte sein Geburtsdatum auf xx.xx.1942. Aus Hartmut wird Margret später liebevoll „Hardy“ machen. Auch Margret ist ein Waisenkind, sie war einst in Gelsenkirchen zu Hause. Als Margret bedingt durch den Erfolg des Kindersuchdiensts des Roten Kreuzes, das Glück hat von einer Tante gefunden und aufgenommen zu werden, verlieren sich die beiden Leidensgenossen vorübergehend aus den Augen. Der Zufall führt die zwei wieder zusammen und ihr gemeinsames Leben nimmt, wenn auch erst holprig, seinen wie vorbestimmten Lauf ... 

In einem parallelen Handlungsstrang erfahren wir mehr über das spätere Leben von Margret und Hardy, die das Schicksal unwiederbringlich zusammengeschweißt zu haben scheint. Trotz des Altersunterschieds haben die beiden geheiratet und eine eigene Familie gegründet. Inzwischen sind sie recht jung Urgroßeltern geworden und wieder wird das Jugendamt auf die Familie aufmerksam. Schmerzhafte Erinnerungen aus ihrer eigenen Kindheit werden zu Tage gefördert und Margret und Hardy fangen erneut an, um ihr seelisches Überleben zu kämpfen … 

In ihrem berührenden neuen Roman nimmt die Autorin Susanne Abel kein Blatt vor den Mund und zartbesaitete Leserinnen und Leser mögen Probleme mit der schonungslosen Deutlichkeit haben, mit welcher Frau Abel die damalige Situation in den Kinderheimen beschreibt. Auch für mich waren diese offengelegten Tatsachen oft schwer zu ertragen, aber dennoch weckten sie in mir auch immer wieder die Hoffnung, dass Margret und Hardy die Dämonen der Vergangenheit besiegen werden. Während Hardy sein Leben lang der zupackende Praktiker bleiben wird, wächst Margret über sich hinaus und verwaltet ihre Familie wie ein kleines Unternehmen. Gefühlsausbrüche lässt sie bei sich nicht, sie ist nach außen hin immer die Starke, bis auch sie eines Tages an ihre Grenzen stößt …

Wie nicht anders erwartet, hat mich nach der „Gretchen“ Dilogie auch diese Geschichte aus der Feder Sabine Abels mehr als abgeholt. Das Buch zog mich derart in den Bann, dass es schwer war, es zur Seite zu legen, wenn dies auch zwischendurch bedingt durch die erschütternde Thematik notwendig war. Ich vergebe für diesen emotional ergreifenden Roman, der zwar als solcher fiktional ist, aber durchaus auf wahren Begebenheiten basiert, sehr überzeugte fünf Sterne verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung, da ich der Meinung bin, dass solche Themen niemals totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt werden dürfen!   


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