Wunderbarer Abschlussband !!!
- Isabel (engineerwife)

- 9. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Nahtlos schließt sich dieser zweite Band der Dilogie rund um die Zwillinge Susanne und Leonard an den Vorgängerband an. Meine kleine Sorge, ich könnte nicht wieder in die Geschichte rein finden, nachdem es doch schon ein Weilchen her war, dass ich den ersten Teil gelesen hatte, war somit vollkommen unbegründet. Ein toller Einstieg bot der Prolog aus dem Jahr 1956, der mich als Leserin sofort damit abholte, wie die Geschichte und somit das Zwillingspärchen, entstanden waren. In der Gegenwart, im Jahr 1977, kämpfen Susanne und Leonard gemeinsam mit ihrer Mutter leider immer noch um den Erhalt der kleinen Schneiderei, der nicht nur ihre Lebensgrundlage bildet, sondern auch mit vielen Erinnerungen verknüpft ist. Die Stadt Tübingen ist dabei gnadenlos in ihren Bestrebungen um eine authentische Sanierung und Unterstützung scheint für die Familie dabei keine in Sicht. Also wagt die Mutter verzweifelt den verhassten Schritt und kontaktiert den leiblichen Vater der Zwillinge. Erst als sich die bisher unbekannte Colette einschaltet, kommen mehr Steine ins Rollen, als alle je für möglich gehalten hätten…
Wie schon im ersten Teil, behandelt das sympathische Autorinnenduo bestehend aus Andrea Bottlinger und Claudia Hornung, die sich hinter dem Namen Katharina Oswald verbergen, aktuelle Themen der 1970er Jahre und beschert dem Roman dadurch eine authentische Kulisse. Die kleine Zeitreise in die beiden wunderbaren Städte Tübingen und Straßburg ließen mich tief eintauchen in die Geschichte, sind sie mir doch beide bestens bekannt und sehr von mir geliebt. Auch konnte ich mir die Musik der französischen Band wunderbar vorstellen, bin ich doch selbst mit Mike Oldfield und Emerson, Lake and Palmer und Co. großgeworden und auch die politischen Proteste der Studenten sind mir noch in vager Erinnerung. Die meiner Meinung nach sehr realistischen Gedankengänge der Zwillinge sind gut nachvollziehbar und die junge Verliebtheit der Beiden setzt dem ganzen noch das Sahnehäubchen auf. „Die Schneiderei in der Fliedergasse“ ist ein Wohlfühlroman mit warmherzigem Schreibstil, der dennoch mit überraschend viel Tiefgang punkten kann. Von mir gibt es deshalb wohlverdiente und funkelnde fünf Sterne. Gut gemacht, Mädels, freue mich schon heute auf das nächste Buch aus eurer Feder!











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