Geh nie in dunkle Kammern ...
- Isabel (engineerwife)

- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Zunächst schreiben wir das Jahr 1930, ein Jahr in dem vier sehr unterschiedliche Freunde ihren geheimnisvollen Club Casaubon gründen. Die vier jungen Männer namens Felix Jordan, Vadim, Julius und Eddie stammen alle aus wohlhabenden Familien und scheinen sich im normalen Leben zu langweilen. Neue Herausforderungen müssen her, um ihre Tage zu füllen. Ihre Leidenschaft für seltene Bücher und ihr Hang zum Nervenkitzel führen sie jedoch auf gefährliche Wege. Sie stehlen wertvolle und teilweise okkulte Bücher, um ein von Vadim betriebenes altes Antiquariat im Leipziger Graphischen Viertel zu unterstützen. Hiermit will er seinem mächtigen Vater auf seine Art die Stirn bieten. Doch dann taucht Eddies geheimnisvolle Schwester Eva auf, wird Teil der Gruppe und sorgt für mächtig Wirbel. Die vier Freunde stehen plötzlich dunklen Geheimnissen gegenüber, die es zu lösen gilt. Das ist jedoch leichter gesagt als getan ...
Im Jahr 1945, kurz nach der Machtübernahme der Alliierten, kehrt Felix in das vom Krieg gezeichnete Leipzig zurück. Als Bibliothekar im Auftrag der amerikanischen Militärverwaltung widmet er sich der Aufgabe, geraubte Bücher zu sichern und zu katalogisieren. Schnell merkt er, dass ihn in Leipzig seine eigene Vergangenheit wieder eingeholt hat. Er stolpert über Spuren seiner alten Freunde und merkt, dass diese immer noch Macht über ihn und sein Leben ausüben …
Auch dieser vierte Band Kai Meyers Reihe um das grafische Viertel hält wieder, was es verspricht. Der Autor verarbeitet auch diesmal wieder reale historische Ereignisse mit einer geheimnisvollen, äußerst spannenden fiktiven Handlung. Wieder einmal führt er dem Leser vor Augen, wie wichtig Leipzig für die Buchindustrie vor dem Zweiten Weltkrieg war und wie tragisch seine Zerstörung derselben heute noch ist.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es historische Ereignisse mit einer spannenden und geheimnisvollen Handlung verbindet. Die im Roman auftretenden Charaktere wirken glaubwürdig und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Vor allem Felix ist eine sympathische Hauptfigur, deren Entscheidungen nachvollziehbar sind. Auch Eva bleibt bis zum Schluss geheimnisvoll und sorgt immer wieder für Überraschungen. Von mir gibt es für „Das Antiquariat am alten Friedhof“ mit satten fünf Sternen die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung an all diejenigen Leserinnen und Leser, da mal ein wenig abseits des Mainstreams wandeln möchten.











Kommentare