Manchmal findet die Vergangenheit ihren Weg zurück ...

Manchmal läuft es einfach! Auch mit Deutsches Kind von Melanie Levensohn hatte ich wieder ein richtig schönes Hörerlebnis, das mir fünf Sterne wert ist. Zugegeben, anfangs hatte ich ein wenig Sorge, dass mich die Geschichte angesichts ihres bewegenden und durchaus traurigen Themas vielleicht zu sehr mitnehmen könnte. Diese Sorge war jedoch unbegründet. Beide Erzählstränge haben mich gleichermaßen interessiert und berührt. Besonders erschüttert hat mich die Geschichte von Liese und ihrem kleinen Sohn Johannes. Wie mit Frauen umgegangen wurde, die sich nach dem Krieg auf eine Beziehung mit einem Besatzungssoldaten eingelassen hatten, ist aus heutiger Sicht kaum zu fassen. Und als wäre die gesellschaftliche Ächtung nicht schon schlimm genug, wird Liese auch noch ihr Kind genommen. Ein erschütterndes Kapitel der Nachkriegsgeschichte, das mir vorher so nicht bewusst war. Umso schöner fand ich den Handlungsstrang in der Gegenwart, der uns unter anderem in die Welt der Weinberge und des Weinbaus führt. Da wir selbst bis vor zwei Jahren einen Weinberg hatten, waren mir viele der verwendeten Begriffe und Abläufe bestens vertraut. Das hat mir natürlich besonders gut gefallen und mich auf eine ganz eigene Weise mit der Geschichte verbunden. Melanie Levensohn gelingt es, die beiden Zeitebenen geschickt miteinander zu verweben und eine Familiengeschichte zu erzählen, die zeigt, wie sehr die Vergangenheit das Leben nachfolgender Generationen prägen kann. Auch die Sprecherinnen und Sprecher waren für mich sehr gut gewählt und haben das Hörbuch wunderbar zum Leben erweckt. Und nicht zuletzt hat mich auch das Ende vollkommen zufriedengestellt. Für mich ein rundum stimmiger Abschluss! Ein bewegender, interessanter und zugleich wunderschön erzählter Roman, der mich bestens unterhalten und auch noch etwas über ein wenig bekanntes Kapitel unserer Geschichte gelehrt hat. Von mir gibt es sehr gerne die volle Punktzahl und eine absolute Empfehlung!











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