Nichts für schwache Nerven – aber fünf dicke Sterne wert!

Wow, vor zwei Tagen fertig geworden und ich bin immer noch ganz begeistert! Wer hätte gedacht, dass ich tatsächlich mal nordischer Krimi Fan werde, ich dachte immer, das sein nix für mich …
Mit der Autorin Anu Ojala reise ich in den hohen Norden, genauer gesagt ins finnisch-schwedischen Grenzgebiet rund um Tornio und Haparanda. Es ist eisig dort mit Temperaturen bis zu minus 35°C! Ziemlich unvorstellbar für uns hier in Deutschland aber die eisige Landschaft ist auch wirklich die passende Kulisse für das, was sich dort abspielt: brutale Morde, gefährliche Drogen und jede Menge dunkle Geheimnisse.
Kommissarin Ronja Jentzsch wird ein Fall übertragen, der immer größere Kreise zieht. Was zunächst wie eine Reihe grausamer Verbrechen aussieht, entwickelt sich zu einem komplizierten Geflecht aus Drogenkriminalität, Gewalt und Verbindungen, die weit über die Grenze hinausreichen. Und je mehr ermittelt wird, desto undurchsichtiger wird die ganze Geschichte.
Dann ist da noch Kristian Manninen, ein Zollbeamter und Familienvater, der – gelinde gesagt – selbst in einer ziemlich schwierigen Lebenssituation steckt. Als er auf einen Rucksack mit Geld, Drogen und einem Laptop stößt, ahnt er wohl kaum, in welchen Schlamassel er sich damit hineinmanövriert. Seine persönlichen Probleme machen das Ganze nicht einfacher, und schon bald gerät auch er immer tiefer in einen Strudel, aus dem es kaum ein Entkommen zu geben scheint. Wie passen hier all diese Puzzleteile zusammen?
Was für eine Geschichte! Ich fand es unglaublich spannend, wie sich die einzelnen Handlungsstränge nach und nach miteinander verknüpfen. Man rätselt mit, stellt Vermutungen an und fragt sich ständig, was eigentlich wirklich dahintersteckt. Und wenn man glaubt, langsam den Durchblick zu haben, kommt wieder etwas, womit man nicht gerechnet hat.
Ronja fand ich als Ermittlerin richtig interessant. Sie hat nicht nur beruflich einiges zu stemmen, sondern auch privat ihre Päckchen zu tragen. Gerade das macht sie für mich so menschlich. Auch Kristian hat mich beschäftigt, denn seine Geschichte zeigt, wie schnell man durch schwierige Lebensumstände in Situationen geraten kann, die man irgendwann nicht mehr unter Kontrolle hat und was sich oft wirklich hinter verschlossenen Türen abspielt.
Allerdings ist dieser Krimi wirklich nichts für Zartbesaitete! Einige Szenen sind heftig und teilweise ganz schön grausam. Hier wird nichts beschönigt, und manches musste ich erst einmal sacken lassen. Gleichzeitig sind es gerade die menschlichen Schicksale und die düstere Atmosphäre, die die Geschichte so eindringlich machen.
Als Hörbuch hat mich „Weißer Rausch“ auf jeden Fall überzeugt und ich freue mich schon auf die nächsten beiden Bände, die in einem bzw. zwei Jahren erscheinen sollen.
Alles in allem gibt es von mir sehr verdiente fünf von fünf möglichen Sternen verbunden mit einer absoluten Empfehlung an alle Krimifans, die auch mal was Härteres abkönnen …











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