Manchmal findet man mehr, als man sucht ...

Manchmal schlummern auf dem SuB echte Schätzchen, die nur darauf warten, endlich entdeckt zu werden. Mit „Knochenfinder“ von Melanie Lahmer habe ich diesmal einen Krimi gelesen, der eine ungewöhnliche Thematik mit einem rätselhaften Vermisstenfall und einer düsteren Atmosphäre verbindet: Geocaching, was wusste ich schon über Geocaching!? Im Siegerland – mir eigentlich nur vom Durchfahren auf dem Weg zu meiner Schwester bekannt - verschwindet der Schüler René Staudt spurlos. Gleichzeitig sorgen verstörende Gewaltvideos unter Jugendlichen für Unruhe. Als eine junge Familie beim Geocaching im Rothaargebirge menschliche Knochen entdeckt, beginnt für die Polizei ein rätselhafter Fall. Gehören die Knochen zu dem vermissten Jungen? Und was steckt hinter den grausigen Funden? Kommissarin Natascha Krüger und ihr Kollege Hannes Winterberg nehmen die Ermittlungen auf. Während sie versuchen, die verschiedenen Spuren miteinander zu verknüpfen, geraten immer mehr Einzelheiten ans Licht. Auch Hannes' familiäre Situation, insbesondere die Schwierigkeiten mit seinem Sohn Niklas, spielen eine Rolle und geben der Geschichte eine zusätzliche persönliche Ebene. Die Grundidee hat mir richtig gut gefallen! Geocaching als Freizeitbeschäftigung mit einem Kriminalfall zu verbinden, sorgt für eine spannende Ausgangslage. Aus einer eigentlich harmlosen Schatzsuche wird ein beunruhigendes Spiel, bei dem man sich unweigerlich fragt, wer hinter den Funden steckt und wie die einzelnen Puzzleteile zusammenpassen. Besonders interessant fand ich die Verbindung zwischen dem Verschwinden des Schülers, den Gewaltvideos und den Knochenfunden im Wald. Dadurch ergeben sich verschiedene Ermittlungsansätze, und man kann beim Lesen wunderbar miträtseln. Mit Natascha Krüger und Hannes Winterberg stehen zwei Ermittler im Mittelpunkt, die neben ihrer Polizeiarbeit auch mit persönlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass ich gut durch die Geschichte gekommen bin. Die Spannung entwickelt sich nach und nach und hält die Neugier aufrecht. An manchen Stellen hätte ich mir allerdings etwas mehr Tempo und bei der Auflösung noch die eine oder andere überraschende Wendung gewünscht. Trotz dieser kleinen Schwächen bietet „Knochenfinder“ einen unterhaltsamen Krimi mit einer ungewöhnlichen Idee, interessanten Themen und einer gelungenen regionalen Beziehung. Ein paar Schwächen bei der Auflösung verhindern für mich die Höchstwertung. Insgesamt aber ein lesenswerter Krimi für alle, die gerne miträtseln und Lust auf einen etwas anderen Regionalkrimi haben. Von mir gibt es vier von fünf Sternen!











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