Der Plot hätte mehr verdient ...

Vor fünf Jahren wird Lucy nach einer Partynacht blutüberströmt und ohne Erinnerung an die vergangenen Stunden aufgefunden. Ihre beste Freundin Savvy ist tot – und alles deutet darauf hin, dass Lucy etwas mit ihrem Tod zu tun haben könnte. Das Problem: Lucy selbst weiß nicht, was in dieser Nacht passiert ist. Seitdem lebt sie mit dieser quälenden Ungewissheit.
Fünf Jahre später bringt ein True-Crime-Podcast den alten Fall wieder ins Rollen. Ben, der Podcaster, beginnt nachzuforschen und spricht mit den Menschen, die damals dabei waren oder Lucy und Savvy nahestanden. Und je tiefer er gräbt, desto mehr Lügen, Geheimnisse, Affären und alte Konflikte kommen ans Licht. Plötzlich stellt sich nicht mehr nur die Frage, ob Lucy ihre beste Freundin getötet hat, sondern auch, wem man überhaupt noch glauben kann.
Eigentlich hat die Geschichte damit genau das, was ich bei einem Thriller mag: eine interessante Ausgangssituation, jede Menge Geheimnisse und einen Plot, der durchaus clever aufgebaut ist.
Für mich ist dieser eigentlich spannende Plot leider irgendwann ziemlich unter die Räder gekommen.
Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass die Geschichte eigentlich viel mehr könnte, aber die zahlreichen expliziten Szenen so viel Raum einnehmen, dass die eigentliche Spannung und die cleveren Aspekte des Plots für mich in den Hintergrund geraten sind. Auch mit Lucy bin ich leider nicht so richtig warm geworden. Ihre sarkastische Art fand ich anfangs noch interessant, aber emotional konnte sie mich nicht wirklich erreichen. Dabei hätte gerade ihre Situation – fünf Jahre lang nicht zu wissen, ob man möglicherweise die eigene beste Freundin getötet hat – unglaublich viel psychologisches Potenzial gehabt.
Die Auflösung fand ich grundsätzlich interessant, aber auch hier blieb bei mir leider das Gefühl zurück, dass weniger manchmal mehr gewesen wäre. Weniger Sex, weniger Alkohol, weniger Gewalt – und dafür etwas mehr Fokus auf die eigentlichen Geheimnisse, die Beziehungen zwischen den Figuren und den durchaus cleveren Mordfall. Das hätte für mich sehr viel besser funktioniert. „All your pretty lies“ ist ein Thriller mit einer wirklich interessanten Grundidee, einem gelungenen True-Crime-Podcast-Element und einem Plot, der definitiv Potenzial hatte. Leider wurde mir dieses Potenzial durch die für meinen Geschmack viel zu große Menge an Sex, Gewalt und Alkohol ziemlich ausgebremst. Ich hatte mir von „All your pretty lies“ tatsächlich mehr erhofft. Ganz schlecht war es für mich keineswegs – dafür war die Grundidee einfach zu interessant –, aber richtig packen konnte es mich leider auch nicht. Schade. Von mir gibt es drei von fünf Sternen.











Kommentare